Grundlagen der analytische psychologie nach c g jung

Die Analytische Psychologie AP wurde von Carl Gustav Jung begründet und gehört zusammen mit der Psychoanalyse Freuds und der Individualpsychologie Adlers zu den klassischen tiefenpsychologischen Richtungen. Dem von E. Jung entwickelt seine Psychologie zunächst in der freundschaftlichen Beziehung zu Freud, kommt es aber zum Bruch mit Freud und der Psychoanalyse, ausgelöst durch Jungs abweichende Vorstellungen über das Unbewusste.

Sowohl für die Idee des Archetypischen als auch für seine anderen theoretischen Konzepte sucht er nach Vorläufern und Parallelen in der Kultur- und Geistesgeschichte der Menschheit. Für ihn gibt es ohne Geschichte keine Psychologie und keine Psychologie des Unbewussten, weil nur durch den historischen Vergleich der Standpunkt des jeweiligen Beobachters bestätigt und relativiert werden könne.

Parallelen zu seinen Konzepten und Begriffen findet er bei den Gnostikern, Neuplatonikern, Kirchenvätern, Mystikern und Hermetikern sowie in der romantischen Philosophie und in der Naturphilosophie Goethe, Schelling, Schleiermacher, Schubart, Fichte, Nietzsche, Carus, Schopenhauer und E. Stark beeinflusst wird er auch von T.

Flournoy und W. Die Begegnung mit der Alchemie wird für Jung zum entscheidenden Erlebnis, da er feststellt, dass seine eigenen Erfahrungen und Auffassungen mit denen der Alchemisten erstaunlich übereinstimmen. Leider bleiben gerade diese Gedankengänge dem Leser meist schwer verständlich, was u. Zeitlebens beschäftigen ihn Fragen des Religiösen GW Er vertritt die Auffassung, dass im Kern vieler seelischer Störungen die Frage nach dem tieferen Sinn des Lebens und der spirituellen Einstellung steht.

Jung ist beeindruckt von der Tiefe und Vielfalt der psychischen Erfahrungen und Erkenntnisse, die sich in den östlichen Religionen spiegeln, lehnt aber eine unreflektierte Übernahme östlicher Übungswege und Vorstellungen für den westlichen Menschen ab. Die christliche Religion sei für den westlichen Menschen zwar immer noch bedeutsam, sie bedürfe aber einer neuen Sicht, die u.

Deshalb beschäftigt sich die Analytische Psychologie nicht nur mit seelischen Erkrankungen, sondern auch mit der gesunden und schöpferischen Entfaltung des Menschen, der Gesellschaft und der Kultur.

Analytische Psychologie Weiterbildungen | C.G. Jung-Institut

Schon vor der Entwicklung der modernen kybernetischen, systemtheoretischen Modellvorstellungen hat Jung den Menschen als ein sich selbst regulierendes System beschrieben. Im Individuationsprozess soll der Mensch zu dem werden, der er von seinen Anlagen und Entwicklungsmöglichkeiten her ist. Er soll sich die verschiedenen Aspekte seines Wesens bewusst machen, verarbeiten und in sein Leben hinein nehmen.

Er soll auch erfahren, dass er als Individuum eine körperlich-seelische Einheit und Ganzheit ist, die Jung in Anlehnung an die indische Philosophie das Selbst nannte und die in einer unauflösbaren Abhängigkeit und Verbundenheit mit der sozialen Mitwelt und Umwelt steht. Seelische wie körperliche Erkrankungen werden u. In der Psychotherapie wie auch im Individuationsprozess sollen die aus dem bisherigen Leben ausgeschlossenen und unbewusst gebliebenen Polaritätsaspekte dem bewussten Erleben und Verhalten schrittweise zugänglich gemacht werden, so dass es wieder zu einem dynamischen, schöpferischen Gleichgewicht zwischen den Polaritäten, zu einer "Vereinigung der Gegensätze" kommen kann.

Wichtiger Bestandteil einer analytischen Psychotherapie ist die Auseinandersetzung mit unbewussten Aspekten der Psyche, wie sie z. Entsprechend der schöpferischen und finalen Sichtweise der Analytischen Psychologie spiegeln sich in diesen unbewussten Faktoren nicht nur pathogene Einstellungs- und Verhaltensweisen, sondern auch ungelebtes Leben und schöpferisches Potenzial.

Für Jung stand nicht eine vorgefasste Theorie oder Methode im Mittelpunkt der Therapie, sondern vor allem das, was der Eigenart und den Möglichkeiten des Patienten entsprach. Da jeder Patient an einer anderen Stelle seines Lebensprozesses steht, andere Erfahrungen gemacht hat, über andere Fähigkeiten und Begabungen verfügt, ist der Weg, den er zu seiner Heilung und Verwirklichung einschlägt, für Jung letztlich unvorhersehbar, nicht planbar oder organisierbar.

Jungs Leben und Werk bilden eine untrennbare Einheit. Alle meine Schriften sind sozusagen Aufträge von innen her; sie entstanden unter einem schicksalhaften Zwang Sie stellen eine Kompensation dar zu meiner kontemporären Welt, und ich musste das sagen, was niemand hören will. Die englische und deutsche Gesamtausgabe umfasst zur Zeit 18 Bände, dazu kommen drei Bände seiner gesammelten Briefe, weitere Seminarbände und eine Autobiographie, die von A.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in Analytischer Psychologie und Psychotherapie gibt es im deutschsprachigen Raum in Berlin, Köln, München, Stuttgart, in Zürich, Küsnacht, Wien vgl. Menüpunkt Interessante Links. Weltweit gibt es etwa 50 Ausbildungsinstitute, die unter der Internationalen Gesellschaft für Analytische Psychologie IAAP vereint sind.

Einführende und weiterführende Literatur zur Analytischen Psychologie und zu C. Müller, A. Stuttgart: Kohlhammer, Franz, Marie-Louise, von: C. Sein Mythos in unserer Zeit. Düsseldorf Walter Neuherausgabe: C. Leben, Werk und Visionen. Königsfurt Jung, C. Zürich und Stuttgart Jung wurde am Vater: Johann Paul Achilles Jung - , evangelisch-reformierter Pfarrer.

Die Familie Jung stammt ursprünglich aus Mainz. Mutter: Emilie Preiswerk , Hausfrau, geborene Baslerin. Ihr Vater, Samuel Preiswerk, war ein bedeutender Theologe und Hebraist, der auch mit "Geistern Umgang pflegte". Mediale Begabung, Interesse an Theologie, Medizin und Naturwissenschaften, also jene Bereiche, die sich in Jungs späterer Ausrichtung auf die Psychiatrie kreuzen, haben in der Familie Tradition.

Jungs früheste Erinnerungen sind hier angesiedelt. Traum vom Riesenphallus als 3 bis 4-jähriger ETG Danach zwischen Kindheit und Erwachsenenalter: Entdeckung zweier Persönlichkeiten, die er Nr. Vielseitige Interessen. Zunehmende Differenzierung der Interessen: Theologie "Gott war für mich alles, nur nicht erbaulich" ETG 77 , Naturwissenschaft, Archäologie, Philosophie Kant, Schopenhauer, ETG 74, Eduard von Hartmann, Nietzsche ETG Weiterer wichtiger Traum von der flackernden bedrohten Kerze ETG Eugen Bleuler ETG ff.

Er nennt diese Zeit sein "Weltkloster", u. Lektüre von Freuds Traumdeutung - Zentrale Frage für ihn: Der Sinn der psychotischen Erscheinungen. Zentraler Gedanke: "Es ist daher nicht undenkbar, dass derartige Doppelbewusstseinserscheinungen nichts anderes sind als Charakterneubildungen oder Durchbruchsversuche der zukünftigen Persönlichkeit, die infolge besonderer Schwierigkeiten mit eigentümlichen Störungen des Bewusstseins verknüpft sind".

Ludwig Binswanger promovierte bei ihm. Aufbau eines Laboratoriums für experimentelle Psychopathologie. Entwicklung des Assoziationsexperimentes. Erste Publikationen zu Assoziationen. Publikation: "Diagnostische Assoziationsstudien: Beiträge zur experimentellen Psychopathologie", Bd. I GW 2 Erste persönliche Begegnung mit Freud in Wien auf Freuds Einladung hin.

Kein anderer Mensch in meiner damaligen Erfahrung konnte sich mit ihm messen" ETG Publikation: "Über die Psychologie der Dementia praecox" GW 3 Jung wird am Burghölzli nahe gelegt, die Klinik zu verlassen. Man wirft ihm vor, seine Pflichten am Spital zugunsten seiner privaten Forschungen zu vernachlässigen. Eröffnet Privatpraxis. Spielrein, als Jüdin in Russland geboren, war nach jahrelangem psychischem Leiden in die Klinik Burghölzli gekommen.

Im folgenden Jahr befindet sie sich in psychoanalytischer Behandlung bei Jung, aus der sich später eine persönliche Beziehung entwickelt. Spielrein wird später selber Analytikerin. Noch viele Jahre nach Abbruch der gemeinsamen Arbeit besteht zwischen den beiden ein Briefwechsel. Sie wird bald Jungs offizieller Mitarbeiterin und "femme inspiratrice".

Da eine Auflösung der Jungschen Ehe nicht in Frage kommt, muss sich Emma mit Toni und umgekehrt abfinden und in die entstehende Dreierbeziehung schicken. Toni Wolff bleibt bis zu ihrem Tode vierzig Jahre lang Jungs engste Mitarbeiterin. Bereits unter ihrer Mitwirkung erscheint der erste Teil des Buches "Wandlungen und Symbole der Libido".

Zweiter Besuch bei Freud in Wien mit merkwürdigen parapsychologischen Phänomenen ETG und stärkeren Ambivalenzen. Während Freud ihn als Sohn "adoptiert" und zum "Kronprinzen" gesalbt zu haben meint, fühlt sich Jung "innerlich glücklichst befreit von drückenden Gefühl der Vaterautorität". Gemeinsame 7-wöchige Reise nach USA, Clark University.

Gegenseitige Traumanalyse. Publikation: "Diagnostische Assoziationsstudien".

Analytische Psychologie nach C. G. Jung: GRIN

II GW 2 Präsident der von ihm gegründeten internationalen psychoanalytischen Vereinigung. Publikation: 1. Teil von "Wandlungen und Symbole der Libido". Die Publikation bedeutet eine Zuspitzung des Konflikts mit Freud. Teils von "Wandlungen und Symbole der Libido", worin Jung die Trennung von der Freudschen Psychoanalyse vollzieht.

Grundlagen der analytischen Psychologie nach C. G. Jung

Die persönliche Freundschaft zwischen Jung und Freud bricht danach ab. Revidierte Neuauflage der Gesamtschrift unter dem Titel Symbole der Wandlung, GW 5. Persönliche Krise und Einsamkeit: "Nach dem Bruch mit Freud fielen alle meine Freunde und Bekannten von mir ab Riklin und Maeder waren die beiden Einzigen, die bei mir blieben" ETG Jung lässt sich nun auf eine Auseinandersetzung mit dem Unbewussten ein.

Die Flut von Bildern aus dem Unbewussten ist derart überwältigend, dass er sich veranlasst sieht, seine akademische Laufbahn aufzugeben. Er zieht sich in seine Privatpraxis und auf seine persönliche Forschung zurück. Publikation: "Versuch einer Darstellung der psychoanalytischen Theorie". Publikationen: Die transzendente Funktion in GW 8 sowie "Septem Sermones ad Mortuos", ein Text im gnostischen Stil.

Erste Beschreibung der Aktiven Imagination. Erste Anwendung der zentralen Begriffe persönliches und kollektives Unbewusstes, Anima, Animus, Selbst, Individuation "Struktur des Unbewussten".