Ich-psychologie adler

Alfred Adler ist der Begründer der Individualpsychologie. Deshalb haben Störungen in einem Bereich Auswirkungen auf die anderen Lebensbereiche. Immer ist der ganze Mensch betroffen. Der Mensch ist ein soziales Wesen und kann ohne andere Menschen nicht leben. So sucht jeder Mensch seinen Platz im Leben und in der Gemeinschaft, zu der er gehört.

Er will dazugehören. Die Voraussetzung, um sich zur Gemeinschaft dazugehörig fühlen zu können, ist die Gleichwertigkeit aller Menschen.

M7 Differentielle Psychologie (3416)

Allein durch die Tatsache, dass ein Mensch geboren wurde, hat er einen Platz im Leben und kann sich dessen sicher sein. Sein Wert ist dadurch gesichert. Ist der Mensch nicht damit beschäftigt, seinen eigenen Wert zu sichern oder unter Beweis zu stellen, kann er sich auf der nützlichen Seite des Lebens einbringen und etwas zum Wohle der Gemeinschaft beitragen. Er hat dann Gemeinschaftsgefühl.

Das Gemeinschaftsgefühl ist nicht angeboren, aber eine angeborene Möglichkeit, die jeder Mensch hat und die es bewusst zu entfalten gilt. Wenn der Mensch daran zweifelt, dass er aufgrund seines Seins einen Platz im Leben hat, wird er sich als weniger wertvoll sehen als seine Mitmenschen. Er erlebt sich als "minder-wert".

Dieses Gefühl der Minderwertigkeit ist immer subjektiv und nur möglich, wenn man sich mit anderen vergleicht. Jeder, der seinen eigenen Wert in Frage stellt, sieht die Überlegenheit der anderen. Um den eigenen Wert wieder herzustellen, wird er versuchen, den anderen zu übertrumpfen. Damit schafft er aber keinen Ausgleich, sondern einen "Über-Ausgleich". Er kompensiert seinen subjektiven Wertverlust.

Er versucht nun, mehr zu sein als der andere. Jedes menschliche Verhalten ist zielgerichtet. Mit dem, was der Mensch tut, verfolgt er ein Ziel. Deshalb erklärt sich das momentane Verhalten eines Menschen nur von seinem Ziel her.

Individualpsychologie – Wikipedia

Bei der Finalität schaut man- im Gegensatz zur Kausalität- nach vorne. Durch diesen Denkansatz wird es dem Menschen möglich, seine unbewussten und unverstandenen Absichten zu erkennen und gegebenenfalls zu verändern. Das Kind wird bei seiner Geburt in ein Leben gesetzt, für das es wenig bereit ist. Es erlebt menschliche Gemeinschaft nur durch seine Umgebung, seine Familie.

Dort findet es Leitlinien für sein Handeln. Durch Versuch und Irrtum, durch Aktion und Reaktion wird es das für sich gewinnbringendste Verhalten erlernen. So entwickelt jeder Mensch bis zu seinem 4. Lebensjahr seinen eigenen Charakter, seinen eigenen Lebensstil. So ist der Lebensstil nichts anderes als die Manifestation eines bestimmten Planes, den sich das Kind für die weitere Lebensführung zurechtgelegt hat.

Der Mensch verwendet ganz bestimmte Hilfskonstruktionen und Schablonen in seinem Denken, Handeln und Wollen. Daraus entsteht dann die persönliche Note, die charakteristische Melodie seines Lebens. Die grundsätzliche Einstellung zum Leben kann als der wichtigste Teil der privaten Logik angesehen werden, da sie bestimmt, in welcher Weise jemand seine Erfahrungen beurteilt und was für Schlüsse er aus seinen subjektiven Beurteilungen zieht [ 2 ].

Das sind die Möglichkeiten und Grenzen, die er sich selbst setzt. In seiner persönlichen Deutung liegt seine Entscheidungsfreiheit. Gelingt es einem Menschen in seiner privaten Logik nicht, sich dazugehörig zu fühlen, wird er Fehl- Ziele anstreben, um sich seinen Wert zu sichern. Je tiefer der Minderwert eines Menschen, desto höhere Fehlziele wird er benötigen, um seinen Minderwert zu überwinden.

Fachinformation

Es gibt beim erwachsenen Menschen 5 Fehlziele:. Aus individualpsychologischer Sicht bedeutet Entwicklung ein lebenslanges Bewältigen von Aufgaben, die durch das Leben an das Individuum herangetragen werden. Diese Herausforderungen werden mit dem Konzept der Lebensaufgaben beschrieben [ 3 ]. So ist ein Mensch seelisch gesund, wenn er in diesen zentralen Lebensaufgaben einen für sich zufriedenstellenden Umgang gefunden hat.

Die drei Grundprinzipien der Individualpsychologie sind für Alfred Adler: Die Ganzheitlichkeit des Menschen Die Zielgerichtetheit des menschlichen Verhaltens Die Gleichwertigkeit aller Menschen Gemeinschaftsgefühl und Gleichwertigkeit Der Mensch ist ein soziales Wesen und kann ohne andere Menschen nicht leben. Minderwertigkeitsgefühl und Kompensation Wenn der Mensch daran zweifelt, dass er aufgrund seines Seins einen Platz im Leben hat, wird er sich als weniger wertvoll sehen als seine Mitmenschen.

Finalität Jedes menschliche Verhalten ist zielgerichtet.

Individualpsychologie: Lexikon der Psychologie

Leitlinien und Lebensstil [ 1 ] Das Kind wird bei seiner Geburt in ein Leben gesetzt, für das es wenig bereit ist. Die private Logik "Nicht die Tatsachen bestimmen unser Leben, sondern wie wir sie deuten. Die Fehlziele Gelingt es einem Menschen in seiner privaten Logik nicht, sich dazugehörig zu fühlen, wird er Fehl- Ziele anstreben, um sich seinen Wert zu sichern.

Es gibt beim erwachsenen Menschen 5 Fehlziele: Entschuldigung eigener Mängel Überhöhte Aufmerksamkeit Streben nach Macht, Geltung, moralischer Überlegenheit Streben nach Rache und Vergeltung Rückzug Je höher das angestrebte Fehlziel, desto weniger Lebensmut hat dieser Mensch. Die Lebensaufgaben Aus individualpsychologischer Sicht bedeutet Entwicklung ein lebenslanges Bewältigen von Aufgaben, die durch das Leben an das Individuum herangetragen werden.

Quellen: [ 1 ] Dreikurs,Rudolf: Grundbegriffe der Individualpsychologie, Stuttgart, , Seite 58 [ 2 ] Dreikurs, Rudolf: Grundbegriffe der Individualpsychologie, Stuttgart, ,Seite72 [ 3 ] Handbuch der individualpsychologischen Beratung in Theorie und Praxis, Friedel John, Kapitel 3.