Psychologe jasper berlin

Februar in Basel , Schweiz war ein deutscher Psychiater und Philosoph. Er lehrte zuletzt an der Universität Basel und wurde zwei Jahre vor seinem Tod auch Schweizer Staatsbürger. Als Arzt hat Jaspers grundlegend zur wissenschaftlichen Entwicklung der Psychiatrie beigetragen. Er gilt auch als herausragender Vertreter der Existenzphilosophie , die er vom Existentialismus Jean-Paul Sartres strikt unterschied.

Sein philosophisches Werk wirkt insbesondere in den Bereichen der Religionsphilosophie , Geschichtsphilosophie und der interkulturellen Philosophie nach. Karl Jaspers war der Sohn des Bankdirektors und Landtagsabgeordneten Carl Wilhelm Jaspers — und dessen Frau Henriette geborene Tantzen — , der Tochter des oldenburgischen Landtagspräsidenten Theodor Tantzen der Ältere.

Väterlicherseits entstammte er einer wohlhabenden Bankiersfamilie, die er als liberal-konservativ bezeichnete. Vor diesem Hintergrund vermittelten ihm seine Eltern Verantwortungsbewusstsein und kritisches Denken. Sein Bruder Enno — war Rechtsanwalt in Oldenburg, seine Schwester Erna Margarethe — war verheiratet mit Eugen Dugend — , dem Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts Oldenburg.

Karl Jaspers war Schüler des Alten Gymnasiums in Oldenburg. Von Kindheit an litt Jaspers an Bronchialproblemen angeborenen Bronchiektasen , die seine körperliche Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigten und ihn anfällig für Infektionen machten. Strikte Disziplin zur Aufrechterhaltung seiner Gesundheit bestimmte und beschränkte nach autobiographischen Zeugnissen [3] daher sein Leben, das allerdings wie das seiner Geschwister zusätzlich durch familiäre Umstände erheblich belastet war und ihn für psychologische Fragen sensibilisierte.

Jaspers studierte zunächst Ende in Heidelberg und später in München drei Semester Rechtswissenschaft. Nach einem Kuraufenthalt in Sils-Maria nahm er in Berlin ein Medizinstudium auf, das er ab in Göttingen und ab in Heidelberg weiterführte.

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Hier wurde er mit Unterstützung von Karl Wilmanns am 8. Dezember bei Franz Nissl promoviert, dem Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik , der ihm nach seiner Approbation von bis als Volontärassistent Gelegenheit zur Mitarbeit gab. Gertrud war die Schwester seines Studienfreundes Ernst Mayer, der ihm als wichtiger Gesprächspartner über Jahrzehnte verbunden blieb.

Gertrud und Ernst Mayer entstammten einer orthodoxen deutsch-jüdischen Kaufmannsfamilie. Karl Jaspers und Gertrud Mayer heirateten Sie konnte die Zeit des Nationalsozialismus nur dank dieser Ehe in Deutschland überleben. Max Weber, den er durch Hans Walter Gruhle kennengelernt hatte, wurde wissenschaftliches Vorbild für Jaspers. Diese Gruppe hatte sein jüngerer Mitassistent Arthur Kronfeld aufgrund des jahrelangen Austausches mit seinem Freund, dem späteren Nobelpreisträger Otto Meyerhof , aus dem Kreis des Göttinger Philosophen Leonard Nelson heraus ins Leben gerufen.

Jaspers hat diesen Kreis nie erwähnt, obwohl er später selbst eine wissenschaftliche Begründung der Psychotherapie einforderte und sich bis zu seinem Lebensende mit der Psychoanalyse und ihren weltanschaulichen Ansprüchen kritisch auseinandersetzte. Am Mit seiner Erweiterung des psychiatrischen Methodenarsenals um die psychische Krankheitserscheinungen beschreibende psychologisch- phänomenologische Methode überwand Jaspers Vorbehalte der Hirnforschung gegen die von ihm so genannte Hirnmythologie und ging gleichzeitig deutlich über den experimental-psychologischen Ansatz Wilhelm Wundts hinaus, den vor ihm Emil Kraepelin in die Psychiatrie eingebracht hatte.

Karl Jaspers befürchtete, aufgrund seines schwächlichen Gesundheitszustandes dennoch zum Landsturm ohne Waffe eingezogen zu werden, was ihm allerdings erspart blieb. Mit seinem Bruder Enno korrespondierte er in dieser Zeit. Im selben Jahr begann seine Freundschaft mit Martin Heidegger, die bis zu dessen Eintritt in die NSDAP im Mai dauerte.

Es folgten gegenseitige Besuche und ein reger Briefwechsel. Da ihre Ausarbeitung des Seinsdenkens aber doch sehr unterschiedlich war, hielt sich die fachliche Diskussion in Grenzen. Noch schneller wurde Jaspers ordentlicher Professor: führten Bleibeverhandlungen wegen an ihn ergangener Berufungen dazu, dass für ihn ein persönliches Ordinariat eingerichtet und er damit neben Heinrich Rickert Mitdirektor des Seminars wurde.

Nach Ausbildung und Haltung bestand zu Rickert eine erhebliche Distanz, die sich auch in beider Auffassung von Philosophie niederschlug. Über die unterschiedliche Bewertung von Leistung und Person des von Jaspers hoch geschätzten Max Weber kam es früh auch zum persönlichen Bruch zwischen Jaspers und Rickert. In den folgenden Jahren konzentrierte sich Jaspers auf eine intensive und tiefe Einarbeitung in die Geschichte und Systematik der Philosophie.

Hannah Arendt promovierte — bei Jaspers über den Liebesbegriff bei Augustin. Ihre Freundschaft begann im Jahr und endete erst mit seinem Tod. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten glaubte Jaspers sich immer noch mit dem Freiburger Philosophen Martin Heidegger , der am 1. Im Juli konstituierte sich an der Universität Heidelberg ein Kreis von Professoren und Dozenten, dem auch Jaspers angehörte, mit dem Ziel, für die badischen Universitäten nach den Prinzipien des NS-Regimes eine neue Verfassung zu entwerfen.

Jaspers selbst entwarf für diesen Kreis eine Universitätsverfassung nach dem Führerprinzip , die lediglich in einer Bestimmung hinter der dann erlassenen Verfassung zurückbleibt, in anderen Bestimmungen jedoch sogar noch über jene hinausgeht. Der Kontakt zu Heidegger brach in den letzten Monaten des Jahres , nach Heideggers Rektoratsrede , ab.

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Zu Anfang verdrängte Jaspers die politischen Realitäten. Ich will kein Held in einer Operette sein. In seinem Wandel spielte aber die spätere Erfahrung im Nationalsozialismus eine entscheidende Rolle. Mehrere Male dachte er an Emigration und hoffte auf einen Ruf ins Ausland. Von Freunden unternommene Versuche scheiterten jedoch.

Die Universität Basel lud ihn zu Gastvorlesungen für zwei Jahre ein. Seine Frau erhielt jedoch ein Ausreiseverbot. Er stand jedoch ständig unter der Bedrohung durch die Nationalsozialisten, die ihn noch am April in ein KZ verschleppen wollten, wie er aber bereits Anfang März von einem Freund erfuhr. Jaspers hatte für diesen Fall vorgesorgt und verfügte für sich und seine Frau über Zyankali ; es zu benutzen wurde ihm jedoch erspart, da die US-Armee am 1.

April in Heidelberg einmarschierte. Nach war Jaspers einer der profiliertesten Wissenschaftler, die zur Neubegründung und Wiedereröffnung der Universität Heidelberg beitrugen. Er zählte zum am 5.

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April mit Billigung der amerikanischen Besatzungsbehörde gebildeten 13er-Ausschuss zum Wiederaufbau der Universität. Als Reaktion auf die Wahl des ehemaligen NSDAP-Mitglieds Kurt Georg Kiesinger zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland sowie die Verabschiedung der Notstandsgesetze erwarb Jaspers auch die Schweizer Staatsbürgerschaft.

Er gab weiterhin immer wieder stark beachtete Stellungnahmen zu Zeitfragen wie auch zu wissenschaftlichen Themen, beispielsweise zur Psychoanalyse, ab. Karl Jaspers starb in Basel und wurde auf dem Friedhof am Hörnli begraben. Nach Kriegsende wurde Jaspers aufgefordert, in Hinblick auf Heideggers Lehrbefugnis eine Stellungnahme zu dessen Wirken in der NS-Zeit abzugeben. Er empfahl ein befristetes Lehrverbot, das nach Ablauf der Frist überprüft werden sollte.

Er setzte sich gleichzeitig für eine Publikationserlaubnis ein. Das Heidegger daraufhin erteilte Lehrverbot endete am September Seine frühere Freundschaft mit Heidegger wurde trotz Briefwechsels nicht wieder aufgenommen. Die Distanz zum ehemals befreundeten Philosophen findet man im Briefwechsel mit Heidegger:. November an Arendt. Kurz darauf begann Jaspers, seinen eigenen Text zu schreiben: ein Buch über Arendt und ihren Denkstil.

Sein Buch über die Schülerin und Freundin blieb unvollendet. In der unten genannten Ausstellung [18] Herbst wurden diese Fragmente erstmals öffentlich zugänglich. Jaspers zog für sich die Schlussfolgerung, zum politischen Leben künftig Stellung zu beziehen. Mit der Schrift Die Schuldfrage von , zugleich seine erste Vorlesung an der mit seiner Unterstützung neu begründeten Universität von Heidelberg, machte er den ersten Schritt.

Er unterschied dabei die kriminelle, die politische, die moralische und die metaphysische Schuld. Die erste zu verurteilen ist Sache der Gerichte, die zweite Sache des Siegers. Doch der moralischen Schuld kann sich niemand entziehen, auch wenn darüber nicht vor Gericht entschieden wird. Die Verantwortung bleibt. Nur der kann vergeben , dem Unrecht geschehen ist. Jaspers erkannte nunmehr die Existenz Gottes an.

Dass der Mensch überhaupt schuldig werden kann, sei Sache Gottes. In die kollektive Verantwortung bezog er sich selbst, der doch unter dem Nationalsozialismus zu leiden hatte und existentiell bedroht war, mit ein:. Mit dieser Stellungnahme wandte sich Jaspers gegen den Zeitgeist des Verdrängens und forderte auch, dass jeder Einzelne seine Verantwortung hinterfrage.

Verbrecher ist immer nur der einzelne. Auch in der Folgezeit nahm er immer wieder öffentlich Stellung zur politischen Situation. Gemeinsam mit Dolf Sternberger gab er von bis die Zeitschrift Die Wandlung heraus, in der prominente Autoren Hannah Arendt, Bertolt Brecht , Martin Buber , Albert Camus , Thomas Mann , Jean-Paul Sartre , Carl Zuckmayer zur geistig-moralischen und zur politischen Erneuerung aufriefen.

Sein Programm zur Modernisierung und vor allem Demokratisierung der Heidelberger Universitätsverfassung konnte Jaspers allerdings nicht durchsetzen. Viel Beachtung fand sein Buch Die Atombombe und die Zukunft des Menschen , in dem er sich gegen die Blockbildung und die Unterdrückung von Freiheit wandte. Angesichts der Bedrohung durch einen Nuklearkrieg sah Jaspers nicht nur den Einzelnen, sondern die gesamte Menschheit in einer Grenzsituation.

In seiner Rede Wahrheit, Freiheit und Friede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels setzte sich Jaspers mit den Voraussetzungen für Frieden als Weltfrieden auseinander. Die Demokratie als Verfassungsform allein genüge nicht. Die Freiheit kann nach Jaspers allein aus der Wahrheit entstehen.

Diese haben die Philosophen seit dem Altertum gesucht. Wichtig sei dort allein das Produzieren und Konsumieren, die Güter seien nicht haltbar, das Leben häufig leer und auf Prestige beruhend. Das geschichtliche Wissen der Bevölkerung sei mangelhaft, daher hält er eine politische Bildung für erforderlich. Sehr kritisch aufgenommen wurde seine Schrift über Freiheit und Wiedervereinigung von , in der er dafür eintrat, einen eigenen Staat in der DDR zu akzeptieren, wenn dadurch auch für diesen Teil Deutschlands die Freiheit hergestellt werden könnte.

Jaspers suchte dennoch weiter die Kontroverse. Er wohnte als Beobachter einem Auschwitz-Prozess bei und trat massiv für die Aufhebung der damals anstehenden Verjährung von NS-Verbrechen ein. Tatsachen — Gefahren — Chancen warnend seine Stimme mit einer Absage an Machtpolitik und Parteienstaat. Er trat für eine Verfassungsänderung zugunsten von mehr direkter Demokratie ein.

Die Möglichkeiten, politisch Einfluss zu nehmen, seien für das Volk sehr gering. Kritik erhielt er dabei fast in gleicher Weise aus der Politik von rechts und links, fand jedoch auch eine breite Zustimmung in der Öffentlichkeit. Von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung wird er als Ehrenmitglied mit dem Aufnahmejahr geführt.