Extinktion psychologie definition
Die klassische Konditionierung engl. Sie beschäftigt sich mit der Steuerung von Reaktionen und untersucht die unterschiedlichen Herangehensweisen, die es hierzu gibt. Die klassische Konditionierung ist eine Lerntheorie des Behaviorismus. Dabei lernt ein Lebewesen auf ein bestimmtes Signal hin eine bestimmte unwillkürliche natürliche Reaktion zu zeigen.
Deshalb nennt…. Entdecke über Millionen kostenlose Materialien in unserer App. Speicher die Erklärung jetzt ab und lies sie, wenn Du Zeit hast. Lerne mit deinen Freunden und bleibe auf dem richtigen Kurs mit deinen persönlichen Lernstatistiken. Deshalb nennt man die klassische Konditionierung auch Signallernen. Eine unwillkürliche Reaktion bedeutet per Definition, dass die Reaktion nicht bewusst gesteuert wird.
Natürlich bedeutet, dass die Reaktion angeboren ist. Es wird also kein neues Verhalten gelernt, sondern, ein bereits vorhandenes Verhalten in einer neuen Situation zu zeigen. Andere Fachbegriffe für Signal sind Reiz oder Stimulus. Daher nennt man die klassische Konditionierung auch Reiz-Reaktions-Lernen oder auf Englisch Stimulus-Response-Learning.
Damit Du mit den Abkürzungen für Reiz und Reaktion nicht durcheinander kommst, werden in dieser Erklärung überwiegend der Begriff Stimulus und die Abkürzung S verwendet, während die Abkürzung R für Reaktion steht. Der Behaviorismus engl. Jahrhunderts in den USA entwickelt und untersucht das direkt beobachtbare Verhalten von Menschen.
Behavioristen gehen davon aus, dass jedes menschliche Verhalten gelernt wurde und wieder verändert oder verlernt werden kann. Interne Prozesse wie die Gedanken und Gefühle werden dabei nicht beachtet. Genaueres erfährst Du in der ausführlichen Erklärung zum Behaviorismus. Der Begründer der klassischen Konditionierung war der russische Chemiker und Physiologie Iwan Pawlow.
Sein berühmtes Experiment mit seinem Hund erklärt, wie genau die klassische Konditionierung funktioniert. Im Folgenden findest Du eine Zusammenfassung zum Experiment und seine Phasen einfach erklärt vor. Iwan Pawlow — forschte eigentlich an der Physiologie des Verdauungstraktes und erhielt sogar den Medizin-Nobelpreis für seine Abhandlungen zur Verdauung.
Während seiner Forschungsarbeiten an Hunden bemerkte er, dass bei den Hunden nicht erst beim Fressen vermehrter Speichelfluss auftrat. Stattdessen begannen die Hunde bereits zu speicheln, sobald sie den Mann sahen, der sie immer fütterte. Diese Beobachtung veranlasste Pawlow zu seinem Experiment der klassischen Konditionierung. Pawlow wollte herausfinden, wodurch die Speichelproduktion seiner Vierbeiner beeinflusst wird.
Dazu überlegte er sich ein Experiment, mit dem er und das Phänomen der klassischen Konditionierung weltberühmt werden sollten. Die klassische Konditionierung erfolgt, genau wie Pawlows Experiment, in drei Phasen:.
Extinktion: Lexikon der Biologie
Pawlow hatte beobachtet, dass sein Hund Speichel produzierte, sobald er Futter bekam. Das ist ein natürlicher, angeborener Vorgang, der dazu dient, die Verdauung anzuregen. Das Futter ist damit ein natürlicher oder unkonditionierter Stimulus engl. Wenn Pawlow eine Glocke läutet, löst dies keinen Speichelfluss aus. Die Glocke wird daher als neutraler Stimulus engl.
Der Hund soll nun lernen, bereits auf den Glockenton mit Speichelfluss zu reagieren. Dazu wird der neutrale Stimulus NS , also die Glocke, geläutet. Direkt danach bekommt der Hund Futter unkonditionierter Stimulus, UCS und reagiert darauf mit Speichelfluss unkonditionierte Reaktion, UCR. Wichtig ist, dass immer genau diese Reihenfolge beibehalten wird: Zuerst wird der neutrale Stimulus NS präsentiert, dann der unkonditionierte Stimulus UCS.
Das nennt man zeitliche Kontiguität. Nur so kann eine Verbindung auch Assoziation zwischen NS, UCS und UCR gelernt werden. Nach einiger Zeit beobachtete Pawlow, dass sein Hund beim Glockenläuten Speichel produzierte, auch, ohne dass Pawlow dem Hund Futter gab. Durch die Paarung des neutralen Stimulus NS Glocke mit dem unkonditionierten Stimulus UCS Futter wurde der neutrale Stimulus NS zu einem sogenannten konditionierten Stimulus engl.
Dieser konditionierte Stimulus CS, Glocke ist nun allein in der Lage, den Speichelfluss hervorzurufen. Der Speichelfluss ist damit eine konditionierte Reaktion engl. Hier findest Du noch einmal die wichtigsten Begriffe der klassischen Konditionierung im Überblick:. Man unterscheidet bei der klassischen Konditionierung generell zwischen der exzitatorischen und der inhibitorischen Konditionierung.
Die exzitatorische Konditionierung beschreibt das Hervorrufen einer konditionierten Reaktion CR durch Koppeln eines zunächst neutralen Stimulus NS mit einem unkonditionierten Stimulus UCS. Inhibitorische Konditionierung bedeutet, dass eine konditionierte Reaktion UCR ausbleibt, nachdem der auslösende unkonditionierte Stimulus UCS an einen zunächst neutralen Stimulus NS gekoppelt wurde.
Der Pawlowsche Hund ist ein Beispiel für exzitatorische Konditionierung. Um dir die inhibitorische Konditionierung vorstellen zu können, hilft Dir das folgende Beispiel:. Ein Kind hat Angst UCR vor lautem Donner UCS. Wenn das Kind bei der Mutter NS ist, hat es keine Angst. Hört das Kind lauten Donner UCS und ist bei der Mutter, so wird die Mutter zum CS, der dafür sorgt, dass die UCR ausbleibt, das Kind also keine Angst hat.
Ein weiteres wichtiges Phänomen bei der klassischen Konditionierung ist die Generalisierung :. Reiz- Generalisierung bedeutet, dass es zum Auslösen der CR nicht unbedingt genau den gelernten CS benötigt. Pawlow fiel auf, dass seine Hunde nicht nur auf den konditionierten Glockenton CS mit Speichelfluss CR reagierten, sondern auch auf ähnliche Stimuli, wie den Ton eine Flöte oder eines Gongs.
Bei der Reiz- Diskrimination wird gelernt, die konditionierte Reaktion nur auf den spezifischen konditionierten Stimulus oder Reiz, nicht aber auf ähnliche Stimuli zu zeigen. Der konditionierte Stimulus wird dafür von anderen Stimuli unterschieden oder diskriminiert. Während der Konditionierungsphase wird dem Hund der Glockenton NS , gepaart mit dem Futter UCS präsentiert.
Zwischendurch werden dem Hund andere Töne Flöten, Gongs, oder sogar Glocken mit einem anderen Ton vorgespielt, allerdings ohne diese mit dem UCS zu paaren. Der Hund lernt also, dass nur ein bestimmter Glockenton mit Futter assoziiert ist.
Extinktion (Psychologie)
Nach der Konditionierung erfolgt nur auf diesen bestimmten Ton CS der Speichelfluss CR , nicht aber auf die anderen Töne. Ein konditionierter Stimulus dient einem Organismus als Ankündigung für den erwarteten unkonditionierten Stimulus. Wenn Pawlows Hund also die Glocke hört, rechnet er mit Futter und bereitet sich darauf vor, indem er Speichel produziert. Kündigt der konditionierte Stimulus den unkonditionierten Stimulus aber nicht mehr zuverlässig an, spricht man von Extinktion oder Löschung.
Extinktion oder Löschung bezeichnet das Abschwächen der CR nach mehrmaligem Auftreten des CS ohne Auftreten des UCS bis die CR gar nicht mehr gezeigt wird. Pawlows Hund kann also die gelernte Verknüpfung sozusagen "vergessen" :. Wird die Glocke CS mehrfach geläutet, ohne dass der Hund danach Futter UCS bekommt, zeigt er irgendwann keinen Speichelfluss mehr nach dem Glockenton.
Genau genommen ist der Begriff Löschung aber nicht ganz richtig. Es gibt bestimmte Phänomene, die zeigen, dass die gelernte Assoziation zwischen CS und CR nie ganz verschwindet:. Spontanerholung bedeutet, dass auf den CS erneut eine CR folgt, wenn nach der Extinktion für einige Zeit weder CS noch UCS präsentiert werden. Die CR ist dann jedoch schwächer als nach der ursprünglichen Konditionierung.
Wenn nach der Extinktion erneut CS und UCS gepaart werden, wird die CR schneller wieder gelernt als nach der ursprünglichen Konditionierung. Das nennt man Rekonditionierung. Kontextabhängige Erneuerung engl. Wird nach der Extinktion erneut der UCS ohne den CS dargeboten, so reicht das für die Wiederherstellung engl. Ein besonders für die Psychotherapie wichtiges Phänomen ist die Gegenkonditionierung.
Gegenkonditionierung bedeutet, dass eine gelernte Assoziation sozusagen überschrieben wird, indem der CS mit einem neuen UCS gepaart wird, der eine zur CR gegensätzliche neue UCR auslöst. Wird einer Ratte ein Stromschlag UCS 1 versetzt, zeigt sie eine Furchtreaktion UCR 1. Wird der Stromschlag mit einem Ton NS gepaart, wird der Ton zum CS, der die Furchtreaktion CR auslöst.
Die Ratte soll nun lernen, keine Angst mehr vor dem Ton zu haben. Dazu wird ihr der Ton CS zusammen mit einem neuen Stimulus präsentiert, der für die Ratte angenehm ist. Der neue UCS 2 ist in diesem Fall Futter. Der Ratte wird also so lange der Ton CS zusammen mit dem Futter UCS 2 präsentiert, bis sie beim Ton keine Furchtreaktion mehr zeigt. Als letzten wichtigen Begriff lernst Du die Konditionierung zweiter Ordnung kennen:.
Konditionierung zweiter Ordnung bedeutet, dass ein neuer NS 2 mit einem CS gepaart wird.
Extinktion
Nach der Konditionierungsphase ist dieser CS 2 ebenfalls in der Lage, die CR hervorzurufen, ohne dass er jemals gemeinsam mit dem UCS aufgetreten ist. Nachdem Pawlow seinen Hund konditioniert hatte, auf den Glockenton mit Speichelfluss zu reagieren, paarte er den Glockenton in einer neuen Konditionierungsphase mit einem schwarzen Quadrat NS 2.
Nach der Konditionierungsphase löste auch das schwarze Quadrat CS 2 allein Speichelfluss aus, obwohl es nie gemeinsam mit dem Futter aufgetreten war. Die klassische Konditionierung ist ein bedeutendes und wichtiges Phänomen — nicht nur bei sabbernden Hunden. Auch bei uns Menschen spielt sie häufig und in vielen Bereichen eine Rolle. Im Folgenden findest Du einige Beispiele, wo die klassische Konditionierung Einfluss auf unser Leben.
Ein entscheidender Effekt der klassischen Konditionierung ist, dass sie selbst dann funktioniert, wenn die zu konditionierende Person den Mechanismus verstanden hat. Du benötigst dafür einen Partner oder eine Partnerin, einen Stift, ein Blatt Papier und eine Stoppuhr:. Setz dich auf einen Stuhl und entspanne dich zwei Minuten lang. Alle Messungen werden genau notiert. Das Ganze wiederholt Ihr insgesamt viermal.
Dann klopft er oder sie wieder fünfmal auf den Tisch, Du stehst aber daraufhin nicht auf, sondern ihr messt sofort noch einmal deinen Puls.