Psychologische funktionsfaehigkeit
Bitte beachten Sie, dass Gesundheitsinformationen das Gespräch mit einem Psychotherapeuten oder Arzt immer nur unterstützen, aber niemals ersetzen können. Wir haben für Sie wichtige allgemeine Informationen zu psychischen Erkrankungen zusammengestellt. Über die Links in der Seitenübersicht gelangen Sie direkt zu den Informationen.
Psychische Gesundheit bedeutet, dass sich ein Mensch seelisch und geistig wohl fühlt. Ein Art Idealzustand, in dem ein Mensch sein Potential voll ausschöpfen kann, um mit Belastungen und Stress in seinem Leben fertig zu werden. Dank einer gesunden Psyche kann ein Mensch bei seiner Arbeit leistungsfähig sein. Psychische Gesundheit bedeutet nicht einfach die Abwesenheit von psychischen Belastungen oder Erkrankungen.
Nicht nur die körperliche, auch die psychische Gesundheit eines Menschen schwankt von Zeit zu Zeit. Vor allem in Zeiten starker Belastung - etwa nach dem Verlust der Arbeit oder dem Tod eines wichtigen Menschen - ist es nicht einfach die Balance zu halten. Menschen mit psychischen Belastungen erleben unterschiedliche Beschwerden Symptome , die unterschiedlich stark ausfallen.
Häufige Reaktionen auf Belastungssituationen sind Gefühle der Traurigkeit, Angst oder starken inneren Anspannung, die für eine begrenzte Zeit auch sehr stark sein können. Diese Beschwerden verschwinden in der Regel nach einer gewissen Zeit.
Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit
Der Begriff psychische Erkrankungen umfasst verschiedene Krankheitsbilder, die in unterschiedlichen Schweregraden auftreten. Ein Arzt oder Psychotherapeut kann in einem ausführlichen diagnostischen Gespräch herausfinden, ob und unter welchen psychischen Erkrankungen der Betroffene leidet. Eine klinische Diagnose kann nur von einem erfahrenen Facharzt oder Psychotherapeuten gestellt werden.
Zuvor ist jedoch eine Untersuchung erforderlich, um körperliche Erkrankungen - wie z. Dabei können auch psychologische Tests wie Fragebögen zum Einsatz kommen. In diesem diagnostischen Gespräch geht es darum, das Gesamtbild aller Beschwerden zu erfassen und diesem eine Diagnose zuzuordnen.
ICF-Klassifikation | REHADAT-ICF-Lotse
So stellt der Arzt oder Psychotherapeut fest, ob der Patient unter einer bestimmten oder auch unter mehreren psychischen Erkrankungen leidet und wie stark diese ausgeprägt sind. Das ist wichtig, denn die Art der Therapie kann sich je nach Art und Schwere der Erkrankung erheblich unterscheiden. Revision vorgenommen. Die ICD wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO herausgegeben und ist in Deutschland rechtlich weitgehend verbindlich.
Die ICD teilt die psychischen Erkrankungen in sogenannte Diagnosegruppen ein:. Psychische Erkrankungen können nicht direkt auf eine Ursache zurückgeführt werden. Für die Entstehung werden sowohl biologische Faktoren z. Eltern mit einer Depression als auch belastende Lebenserfahrungen in der Vergangenheit z. Trennungen, Tod eines wichtigen Menschen in Betracht gezogen.
Sie gibt Aufschluss darüber, wie sich Stress oder aktuell belastende Lebensereignisse - etwa Konflikte, schwere Erkrankungen wie Krebs, Pubertät oder Trennung - auf den Organismus eines Menschen auswirken. Für manche Menschen können normale Alltagsanforderungen schon eine Überforderung darstellen, andere Menschen geraten erst bei extremer Belastung oder Traumatisierung in psychische Krisen.
Roter Pfeil: Bestehen bei einem Menschen viele und schwere Risikofaktoren, kann er nur wenig Stress aushalten. Schon bei einer geringen Belastung kann eine psychische Erkrankung ausgelöst werden. Aber: Eine psychische Erkrankung kann auch alleine durch eine sehr hohe Verwundbarkeit ausgelöst werden. In vielen Bereichen der Medizin können Prävention Vorsorge, z.
Krebsvorsorge Folgeschäden von Krankheiten verhindern. Dieses Prinzip wird in den letzten Jahren auch bei psychischen Erkrankungen wie Sucht, Essstörungen oder Psychosen häufiger angewendet. Sie sollen helfen, Risikofaktoren zu verringern und so der Entstehung einer psychischen Erkrankung vorbeugen. Das Ziel ist es, psychische Erkrankungen eher zu erkennen, Betroffenen und ihren Familien möglichst rechtzeitig zu helfen und ein Fortschreiten zu verhindern oder abzuschwächen.
Studien sprechen eindeutig dafür, dass eine frühzeitige Behandlung den Heilungsverlauf verbessert oder sogar das Entstehen des Vollbildes einer Erkrankung verhindert z. Bei einigen psychischen Erkrankungen konnten Störungen des Hirnstoffwechsels festgestellt werden. Ist dies der Fall, können Medikamente sogenannte Psychopharmaka zum Einsatz kommen, die mehr oder weniger gezielt in den Hirnstoffwechsel eingreifen.
Vereinfacht dargestellt gleichen Psychopharmaka ein bestehendes Ungleichgewicht, einen Mangel oder einen Überfluss an Botenstoffen im Gehirn sogenannte Neurotransmitter: z. Serotonin, Noradrenalin oder Dopamin aus. Einige Psychopharmaka haben eine direkte Wirkung z. Bei manchen Psychopharmaka ist die Wirkung erst nach einer gewissen Verzögerung für den Patienten spürbar, da längerfristige Veränderungen im Hirnstoffwechsel nur langsam eintreten z.
In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Gruppen von Psychopharmaka mit ihren Haupt-Anwendungsgebieten dargestellt:. Bei Medikamenten kann es neben den erwünschten Wirkungen auch zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Der behandelnde Arzt klärt den Patienten in einem Gespräch darüber auf, so dass beide gemeinsam Risiko und Nutzen abwägen können.
In der Regel treten schwere Nebenwirkungen eher selten auf bzw. Da aber Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten können, sollten Patienten stets Rücksprache mit ihrem Arzt halten, bevor sie ein weiteres Medikament — auch frei verkäufliche — einnehmen. Das Ziel einer Psychotherapie ist es, psychische Erkrankungen festzustellen und zu heilen oder zu lindern.
Psychotherapie darf nur von Psychologischen Psychotherapeuten , Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder Fachärzten durchgeführt werden. Es gibt ambulante , teilstationäre tagesklinische oder stationäre Psychotherapie. Zusätzlich kann in besonderen Fällen z. Eine Psychotherapie kann in Gruppen-, Einzelsitzungen oder in einer Kombination aus beidem stattfinden.
Diese unterscheiden sich in der Grundhaltung des Psychotherapeuten, in ihrem Therapiekonzept und darin, wie sie die Entstehung von psychischen Erkrankungen erklären. Für vier dieser Verfahren übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten:. Es gibt noch ein weiteres Verfahren, das für einige Erkrankungen als wirksam gilt, allerdings werden die Kosten nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.
Eine Psychotherapie, die den Bedürfnissen und Vorstellungen des Patienten entspricht, kann in der Regel eher helfen als ein Verfahren, das dem Betroffenen fremd ist. Mindestens genauso wichtig ist, dass sich der Patient bei seinem Psychotherapeuten menschlich gut aufgehoben und fachlich kompetent betreut fühlt. Wer sich für eine Psychotherapie entscheidet, muss als erstes eine Sprechstunde in einer psychotherapeutischen Praxis aufsuchen.
Hier finden Sie Informationen zur Psychotherapeutensuche. Die Dauer einer Psychotherapie kann sehr unterschiedlich sein: Sie reicht von einer Akutbehandlung bis zu 12 Stunden , über Kurzzeittherapie bis zu 25 Stunden bis hin zu einer Langzeittherapie — je nach Verfahren bis zu 80 Verhaltenstherapie , tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bzw.
Das bedeutet , dass Menschen belastende Denk- und Verhaltensmuster " verlernen " und hilfreiche neue Muster erlernen können. In einer Verhaltenstherapie wird der Patient dabei unterstützt, seine Schwierigkeiten zu verstehen und zu bewältigen. In diesem Sinne ist die Verhaltenstherapie eine Hilfe zur Selbsthilfe. Patient und Therapeut schauen sich gemeinsam konkrete Problemsituationen an, in denen der Patient z.
Anhand von solchen Ausschnitten soll verständlich werden, warum sich der Patient genauso verhält. In diese Überlegungen werden auch die Lebensgeschichte und aktuellen Lebensumstände des Patienten einbezogen. Es werden Lösungsmöglichkeiten erarbeitet und im nächsten Schritt ausprobiert. Der Patient überprüft dann in seinem Alltag, wie hilfreich die Lösungsstrategien sind, und bringt seine Erfahrungen wieder in die Therapie ein.
So arbeiten Patient und Therapeut auf Augenhöhe zusammen.
ICF und seelische Behinderungen
Oft werden problematische Verhaltensweisen hinterfragt und neue ausprobiert. Therapeut und Patient sitzen sich in der Verhaltenstherapie gegenüber. Die Sitzungen finden meist einmal wöchentlich statt. Bei dieser Therapierichtung wird davon ausgegangen, dass unbewusste Konflikte und Erlebnisse in der Vergangenheit vor allem in der Kindheit psychische Erkrankungen mit verursachen und aufrechterhalten.
Die unbewussten Konflikte bestimmen das Bild, das ein Mensch von sich und anderen hat, seine Beziehungen, seine Gefühle, Gedanken und Handlungen. Der Therapeut unterstützt den Patienten dabei, diese unbewussten Konflikte und deren Auswirkungen auf die Gegenwart sichtbar zu machen. Sie sollen im Hier und Jetzt wieder lebendig werden, so dass der Patient diese gemeinsam mit dem Therapeut verstehen und bearbeiten kann.
Dabei liegt der Patient auf einem Sofa und hat keinen Blickkontakt mit dem Therapeuten. Das hat den Vorteil, dass sich der Patient voll und ganz auf seine Gedanken, Gefühle und inneren Bilder konzentrieren kann. Die analytische Psychotherapie findet in der Regel als Langzeittherapie mit Sitzungen mehrmals pro Woche statt.
Die tiefenpsychologische Therapie hat ihren Ursprung in der Psychoanalyse, die Therapieformen unterscheiden sich jedoch in ihrer Dauer, im Therapiekonzept und Therapieziel. Die Therapie legt den Schwerpunkt auf diejenigen psychischen Grundkonflikte, die aktuell wirksam sind. Indem frühere Erlebnisse und Verhaltensmuster besprochen werden, soll der Patient seine aktuellen Probleme verstehen.
Bei dieser Therapieform sitzen sich Therapeut und Patient gegenüber. Bei der tiefenpsychologischen Therapie finden die Sitzungen meist einmal wöchentlich statt. Die Gesprächspsychotherapie geht davon aus, dass jeder Mensch die Fähigkeit zur Selbstheilung, zur Problemlösung und zum persönlichen Wachstum besitzt.
Der Entwicklungs- und Heilungsprozess wird bei der Gesprächspsychotherapie dadurch unterstützt, dass der Therapeut sich in die Gedanken- und Gefühlswelt des Betroffen hineinfühlt und dem Patienten — ohne diesen dabei zu bewerten — eine Rückmeldung gibt, was er selbst dabei erlebt hat. Der Therapeut lässt dem Patienten genügend Raum, gibt ihm keine Themen vor, bietet ihm keine Ratschläge oder Deutungen an.
Stattdessen werden immer wieder Gefühle besprochen, die aktuell in der Situation entstehen. Der Therapeut verhält sich gegenüber dem Patienten offen und ehrlich und nimmt diesen bedingungslos an. Im Laufe der Therapie soll der Patient lernen, sich selbst zu verstehen und anzunehmen. Die Systemische Familientherapie bezieht bei der Betrachtung einer psychischen Erkrankung die Beziehungen zwischen den Mitgliedern einer Familie ein.
Systemische Behandlung kann als Familientherapie, aber auch als Paartherapie oder Einzeltherapie durchgeführt werden. In der systemischen Familientherapie soll die Eigenständigkeit und der Selbstwert jedes einzelnen Familienmitglieds gestärkt, die Verständigung und der Austausch zwischen den Familienmitgliedern verbessert und schädigende Beziehungsmuster erkannt und verändert werden.
Leitlinien sind für Ärzte und Psychotherapeuten systematisch entwickelte Hilfen zur Entscheidungsfindung in spezifischen Behandlungssituationen. Sie beruhen auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und in der Praxis bewährten Verfahren. Leitlinien werden in sogenannte Stufenklassen eingeteilt, die eine Aussage über ihre Qualität und Wirksamkeit geben.
Weitere Informationen zur Methodik der Leitlinienerstellung erhalten Sie unter www.