Barmer psychologische behandlung
Der Arztreport der Barmer zeigt einen Zuwachs an psychotherapeutischen Behandlungen bei jungen Menschen in den letzten zehn Jahren um mehr als das doppelte. Die Coronapandemie hat den Bedarf weiter gesteigert — mit voraussichtlich noch zunehmender Tendenz. Kinder und Jugendliche in Deutschland sind immer häufiger in psychotherapeutischer Behandlung.
Innerhalb von elf Jahren hat sich die Zahl der jungen Patientinnen und Patienten mehr als verdoppelt. Das geht aus dem aktuellen Arztreport der Barmer hervor.
Krankenversicherung "BARMER" in Deutschland: Norddeutsch Ukrainischer Hilfsstab
Demnach benötigten im Jahr rund Kinder und Jugendliche psychotherapeutische Hilfe, Prozent mehr als im Jahr Als Gründe hierfür nennt Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer, dass psychische Probleme heute insgesamt einen höheren Stellenwert als früher haben. Die Reform der Psychotherapierichtlinie in erleichterte zudem den Zugang zu psychotherapeutischen Angeboten.
Hinzu komme der Anstieg an Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in den letzten zehn Jahren. Bei den Barmer-versicherten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 24 Jahren seien die Zahlen für die Akutbehandlung sowie die Anträge für die erstmalige Therapie und deren mögliche Verlängerung in um sechs Prozent auf mehr als 44 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
Dem Arztreport zufolge gab es im dritten und vierten Quartal bereits 12,6 Prozent mehr Anträge auf eine Richtlinienpsychotherapie. Besonders betroffen sind Jungen im Alter von elf Jahren und Mädchen von 17 Jahren. Im Jahr haben den Ergebnissen des Arztreports zufolge rund Kinder und Jugendliche erstmals eine Richtlinienpsychotherapie erhalten. Die Ursachen dafür sind sehr unterschiedlich: in knapp 37 Fällen Reaktionen auf schwere Belastungen, wie beispielsweise Trauererlebnisse und Mobbing, sowie Anpassungsstörungen.
Die zweithäufigste Ursache für eine erstmalige Therapie waren dem Report zufolge Depressionen 23 Fälle , gefolgt von emotionalen Störungen im Kindesalter 22 Fälle. Deshalb ist es wichtig, auf ihre Alarmsignale zu achten, betonte Straub.
Kinder und Jugendliche: Zunahme an Psychotherapien
Wie aus dem Barmer Arztreport weiter hervorgeht, gibt es deutliche regionale Unterschiede bei der Inanspruchnahme psychotherapeutischer Leistungen. Den geringsten Anteil verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern mit 3,33 Prozent aller jungen Menschen. Die niedrigste Steigerungsrate verzeichnete Bremen mit 52 Prozent. Joachim Szecsenyi, Autor des Arztreports und Geschäftsführer des aQua-Instituts in Göttingen.
Damit seien die regionalen Unterschiede bei der Inanspruchnahme bis zum Jahr zwar verringert, aber nach wie vor erheblich und rein medizinisch nicht erklärbar. Viele junge Menschen leiden Szecsenyi zufolge über Jahre an psychischen Störungen. Dies belege eine Langzeitbetrachtung von Kindern und Jugendlichen, die im Jahr erstmals eine Psychotherapie erhalten haben und mindestens zwei Jahre zuvor keine anderweitige therapeutische Hilfe benötigten.
Krankenkasse: Mehr Kinder und Jugendliche in Psychotherapie |
So wurde bei mehr als jedem oder jeder dritten Betroffenen bereits fünf Jahre vor Start der Richtlinientherapie zumindest eine psychische Störung dokumentiert. Nur bei 40,7 Prozent beschränkten sich die Psychotherapiesitzungen auf maximal ein Jahr, 36,4 Prozent erhielten auch mehr als zwei Jahre nach Start der Behandlung noch Psychotherapien. Bei 62,5 Prozent aller Betroffenen seien auch noch fünf Jahre nach Start der Psychotherapie psychische Störungen diagnostiziert worden.
Petra Bühring. POLITIK Kinder und Jugendliche: Zunahme an Psychotherapien PP 20, Ausgabe März , Seite Zum Artikel PDF-Version bitte mit Ihren Mein DÄ Daten an! EndNote Reference Manager ProCite BibTeX RefWorks.