Psychologie warum gehen wir ungern tisiken ein
Zugriffe: Grundformen der Angst nach Fritz Riemann Warum brauchen einige Menschen viel Kontakt bzw. Nähe und anderen schnürt das wiederum die Luft ab? Warum fühlen sich einige Menschen nur wohl, wenn alles genau geordnet bzw. Fritz Riemann beschreibt darin die vier Formen der Angst. Zudem erläutert er auch die dazugehörigen Persönlichkeiten.
Er geht insbesondere darauf ein, warum manche Menschen eher Distanz oder Nähe suchen, aber auch ob wir eher etwas Dauerhaftes suchen oder lieber den ständigen Wechsel. Was ist Angst überhaupt? Wird die Angst genauer betrachtet, hat sie grundsätzlich einen Doppelaspekt. Auf der einen Seite kann sie den Menschen lähmen, auf der anderen ihn aber auch aktiv machen.
Angst ist immer die Warnung vor einer Gefahr und enthält daher stets ein Signal. Zudem gibt sie einen Impuls, sie zu überwinden. Wird die Angst angenommen und gemeistert, dann entwickelt sich der Mensch weiter. Wenn allerdings der Angst ständig ausgewichen wird Vermeidungsverhalten , kommt es zu einer Stagnation, die die Weiterentwicklung behindert. Wir bleiben sozusagen dort kindlich, wo die Schranke der Angst nicht überwunden wird.
Generell tritt Angst immer nur in Situationen auf, denen wir bis jetzt noch nicht gewachsen sind. Jeder Entwicklungsschritt ist mit einer gewissen Angst verbunden. Der Angst vor etwas Neuem, das wir bisher noch nicht erlebt haben. Alles noch nicht da Gewesene hat aber auch einen gewissen Reiz und weckt die Lust auf ein Abenteuer. Im Leben gibt es immer wieder ungewohnte Situationen, daher ist die Angst unser treuer Begleiter.
Besonders stark ist sie, wenn Menschen dabei sind, gewohnte Pfade zu verlassen und sich einer Wandlung unterziehen möchten. Egal in welchem Alter, es gibt immer wichtige Entwicklungs- bzw. Reifungsschritte, die die Überwindung der Angst mit sich bringt. Soll dieser Schritt gelingen, dann muss die dazugehörige Angst gemeistert werden. Im Prinzip gibt es vier Möglichkeiten, um mit der Lebenssituation umzugehen.
Menschen können sie akzeptieren bzw.
Leben mit dem Ungewissen: Was Unsicherheit mit uns macht
Andere wiederum nehmen sie auf wie ein Gesetz oder versuchen sie nach ihren Wünschen zu verändern bzw. Die vier Grundformen der Angst Riemann beschreibt in seinem Buch die Ängste der Menschen und alle Strategien wie diese bewältigt, vermindert, überwunden oder als bindend angesehen werden. Im Folgenden werden diese vier Grundformen genauer beschrieben: Die Angst vor Selbsthingabe— Diese Angst bringt Menschen dazu sich zu distanzieren.
Die Angst vor Selbstwerdung— Diese Angst lässt Personen die Nähe zu anderen Menschen suchen. Die Angst vor Wandlung— Veränderungen und Chaos werden schwer ausgehalten. Im Prinzip soll alles so bleiben wie es ist. Die Angst vor der Notwendigkeit— Menschen haben Angst sich zu binden, Verantwortung zu übernehmen und interessieren sich nicht für die Zukunft.
Die Angst vor Selbsthingabe Bei der ersten Angst geht es um eine eigenständige Persönlichkeit. Diese Menschen haben Angst vor der Selbsthingabe, zu viel Nähe und vor Abhängigkeit. Als Ursache kommt eine nicht befriedigende Bemutterung im Kindesalter infrage. Dadurch erwacht der Wunsch autark zu leben und auf niemanden angewiesen zu sein. Das führt allerdings zu unbegründeter Eifersucht.
Zweifel an der eigenen Fähigkeit zu lieben, Zweifel an der Aufrichtigkeit anderer Menschen und zu Kontaktschwierigkeiten. Solche Personen neigen zur Arbeitssucht und werden von anderen als selbstbewusst bis überheblich erlebt.
Wie weit gehen wir für Bestätigung von anderen?
Solche Persönlichkeiten gehen oft Sachberufe oder Berufe in der Wissenschaft bzw. Technik nach. Sie haben Angst vor Ungeborgenheit, Isolation und von Menschen verlassen zu werden. Diese Angst beruht oftmals aufgrund einer Überbemutterung als Kind. Dadurch wächst der Wunsch umsorgt zu werden, sowie jemanden als Stütze zu haben. Sozusagen in einem anderen Menschen aufgehen zu können.
Zudem kommt es zu einer überbesorgten bis hin zu einer erpresserischen Liebe, wobei die betroffene Person im schlimmsten Fall dem Partner droht, sich umzubringen, wenn er ihn verlässt. Diese Personen neigen zu einer Habsucht und werden als zuverlässig bis pedantisch von den Mitmenschen erlebt. Besonders wohl fühlen sich solche Persönlichkeiten in disziplinären und ordnenden Berufen.
Die Angst vor Wandlung Die Angst vor Wandlung und Veränderungen kommt vor allem bei beständigen Ordnungspersönlichkeiten vor. Diese haben besonders Angst vor Toleranz, Freiheit, Chaos, Kompromissen und das Eingehen von Kompromissen. Als Ursache ist oft eine Erziehung mit zu starken Regeln und Vorschriften zu nennen. Das führt zum Wunsch, dass alles beim Alten bleibt, denn das ist sicher und bewährt.
Solche Menschen bevorzugen zudem, dass alles seine Norm hat und mit dem Verstand gesteuert wird. Dadurch sind diese Personen sehr konservativ und zeigen einen Mangel an Spontanität sowie Einsicht. Auch die Unentschlossenheit gehört zu den Eigenschaften, die die beständige Ordnungspersönlichkeit ausmachen. Auf andere Menschen wirken sie liebevoll bis vereinnahmend. Darüber hinaus neigen sie zu Eifersucht und haben eine Vorliebe für Berufe im Sozialbereich oder in der Pädagogik.
Die Angst vor der Notwendigkeit Bei der vierten Grundform geht es um die Angst vor der Notwendigkeit, die bei unkonventionellen Freiheitspersönlichkeiten besteht. Als Ursachen können eine mangelnde Vorbildfunktion der Eltern, sprich Ehestreitigkeiten, Bevorzugung bzw. Benachteiligung gegenüber Geschwistern oder Benutzung des Kindes als Ersatz für den Partner, genannt werden.
Dadurch wächst der Wunsch, keine finalen Entscheidungen zu treffen, sich nicht festlegen und keine Spannungen ertragen zu müssen. Solche Persönlichkeiten können keinerlei Frustrationen ertragen und ihre Wünsche müssen immer sofort erfüllt werden. Sie weichen Unangenehmem gerne aus, verdrängen schnell Schuldgefühle und suchen ständig nach Selbstbestätigung.
Diese Menschen neigen oftmals zu einer Spielsucht. Von anderen werden sie als spontan bis unzuverlässig erlebt. Besonders in der Forschung, in Kunst und Kultur sowie im Öffentlichkeitsbereich fühlen sie sich beruflich wohl. Die vier Persönlichkeitstypen Aus den Grundformen der Angst hat Riemann vier verschiedene Persönlichkeitsstrukturen abgeleitet. Menschen, die als grundlegendes Problem die Angst vor Selbsthingabe haben, zählen zu den schizoiden Persönlichkeiten.
Die Angst vor Selbstwerdung entspricht einer depressiven Persönlichkeit. Zwanghafte Persönlichkeitenhaben ständig Angst vor Wandlung. Die Angst vor der Notwendigkeit betrifft dem hysterischen Persönlichkeitstyp. Nachfolgend werden die einzelnen Typen näher beschrieben. Schizoid Schizoide Persönlichkeiten fürchten nichts mehr als die Abhängigkeit und die Hingabe.
Zudem möchten sie niemanden zu nahe treten oder sich jemanden verpflichtet fühlen. Sie bevorzugen die Ungebundenheit und die Selbstständigkeit. Auf andere wirken solche Personen eher distanziert, kühl, unnahbar und nüchtern. Dabei verlassen sich diese Menschen auf ihren Verstand, denn Gefühle sind für sie unsinnig. Manchmal misstraut er auch anderen Menschen, ist sachlich, kritisch und verfügt über eine besondere Beobachtungsgabe.
Schizoide Persönlichkeiten vertreten ohne Kompromiss ihre Meinung und wenn es sein muss auch mit Aggressionen. Eigenschaften einer schizoiden Persönlichkeit:.